Donnerstag, 21 November 2019

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Brand des ehemaligen Postgebäudes mit Gefahrgutbeteiligung

dsc03316Die Übung am 30. September 2010 wurde am ehemaligen Postareal neben dem Bahnhof abgehalten. Übungsannahme war ein Brand im ersten Obergeschoss, welcher sich durch einen Flash-Over schnell auf das gesamte erste und zweite Stockwerk ausbreitete. Eine unbekannte Anzahl an Personen wurde im Gebäude vermisst.


Auf dem Parkplatz hinter dem Gebäude wurde ein Unfall mit Gefahrgutbeteiligung für den technischen Zug angenommen. Ein Traktor transportierte drei 500l-Behälter mit verschiedenen gefährlichen Stoffen, welche stark ätzende Gase verursachten. Ein nachfolgender PKW fuhr auf den stehender Traktor auf. Dabei wurde der Lenker des PKW in seinem Fahrzeug eingeklemmt und einer der Behälter auf dem Anhänger barst. Durch die Dämpfe des austretenden Gefahrstoffes wurde der Fahrer des Traktors ohnmächtig und konnte sich nicht aus dem Gefahrenbereich retten.

Die Übung stellte besonders für die Einsatzleitung eine große Herausforderung dar, da beide Einsätze zugleich abzuhandeln waren. Keinesfalls leichter hatten es die Atemschutzträger, die das Gebäude nach vermissten Personen durchsuchen mussten. Im stark verrauchten Gebäude betrug die Sicht nur wenige Zentimeter. Vom Atemschutztrupp des Tank 1 wurde eine Löschleitung ins 1. OG vorgenommen und der Brand bekämpft. Zeitgleich ging ein zweiter Trupp über die Drehleiter in den 2. Stock vor, wo es zwei vermisste Personen zu suchen galt. Aufgrund eines eingestürzten Stiegenhauses war der Durchgang vom ersten in den zweiten Stock nicht möglich. Auch der Trupp im ersten Stock musste nach einer weiteren vermissten Person suchen und konnte diese auch wenig später finden.

Hinter dem Gebäude hatte auch der technische Zug alle Hände voll zu tun: Zuerst wurde der ohnmächtige Traktorlenker unter schwerem Atemschutz aus dem Fahrzeug geholt. Währenddessen wurde großräumig abgesperrt und ein Trupp rüstete sich mit Vollschutzanzügen aus. Nach Bekanntwerden der UN-Stoffnummern wurden die ätzenden Gase mit einem Wasserwerfer niedergeschlagen und der geborstene Behälter wurde provisorisch abgedichtet. Extrem schwierig war es den eingeklemmten Lenker mit Bergeschere und Spreitzer unter Vollschutz herauszuschneiden. Aber auch diese Aufgabe wurde schnell und beispielhaft durchgeführt.

Bei der anschließenden Übungsbesprechung erklärten sich neben Übungsbeobachter Mag. Manfred Holzer von der BTF Sandoz Kundl auch alle Beteiligten mit dem Ablauf zufrieden.

Einen herzlichen Dank an dieser Stelle an Alex Kruckenhauser und sein Team der Firma SOS im Unterland für die zur Verfügungstellung des Fahrzeuges, sowie an die Firma Pletzer, welche uns das Areal zur Verfügung stellte.

 

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