Mittwoch, 16 Oktober 2019

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TT.com | Wörgler Feuerwehrmännern reißt der Geduldsfaden

 

dt.common.streams.StreamServer.clsDie Stimmung in der Mannschaft der Stadtfeuer­wehr Wörgl ist in Sachen Gerätehaus auf dem absoluten Tiefpunkt angelangt. „Es reicht, wir brauchen dringend ein neues Gebäude“, stellt Stadtfeuerwehrkommandant Armin Ungericht klar. Seit rund 20 Jahren werden die Feuerwehrmänner bezüglich einer Sanierung vertröstet. Mittlerweile verfügt die Wehr über elf Einsatzfahrzeuge, die teils hintereinander im 40 Jahr­e alten und viel zu kleinen Geräte­haus stehen.

 

 

Daher hat sich die Situation immer mehr zugespitzt. Zuletzt war von einem Neubau eines Blaulichtzentrums an anderer Stelle die Rede. Beide Varianten wurden geprüft, der Experte gab einem Haus am bestehenden Standplatz den Vorzug. „Wir leisten jährlich 15.000 Arbeitsstunden gratis für die Wörgler, das müsste der Stadt eigentlich das Geld für den Bau wert sein“, ist für Ungericht die Notwendigkeit des Hauses untermauert.

Die Stadt müsste für einen Neubau des Feuerwehrhauses auch tatsächlich viel Geld in die Hand nehmen. An die siebe­n Millionen Euro, so lautet eine erste Kostenschätzung, würden dafür anfallen. „Das wäre dann aber sicher kein Palast“, relativiert Ungericht.

 

Diesen Betrag müsste die Stadt aber neben anderen wichtigen Bauvorhaben, wie zum Beispiel der Musikschul­e, Seniorenheim und Kindergarten stemmen. So wurde sogar ein Finanzbedarf von bis zu 45 Millionen Euro erhoben, wenn man alle anstehenden Projekte auf der Stelle umsetzen würde. Und das bei einem Jahresstadtbudget von 25 Mio. Euro und rund neun Mio. Eur­o Rücklagen „Dabei ist aber auch jede Straßensanierung miteingerechnet“, erklärt BM Hedi Wechner.

 

Aber auch die Musiklehrer machen Druck auf BM Wechne­r und die Gemeinde­räte. Wie berichtet, haben diese 1700 Unterschriften von Personen gesammelt, die den raschen Neubau oder die Sanierung der Schule fordern. „Ich bin überzeugt, wenn wir uns in die Bahnhofstraße stellen und Unterschriften sammeln, dann bekommen wir an einem Tag 3000 zusammen“, kontert Ungericht. Zudem habe das Feuerwehrhaus genauso wie das Schulgebäud­e Risse in den Mauern „und das Wasser rinnt bei uns von der Decke“. Ungericht wolle jedoch nicht, dass „die Feuerwehr zum politische­n Spielball“ werde.

 

Auf alle Fälle dürften heut­e bei der Gemeinderatssitzung in Wörgl viele Zuhörer aufmarschieren. Steht doch dort das Thema Musikschul­e auf der Tagesordnung. Für BM Wechner geht es darum, einen Weg zu finden, die notwendigen Projekte wie Seniorenheim, Kindergartenerweiterung, Musikschule und Feuerwehrhaus usw. abzuwickeln. Sie mahnt Kulturreferenten Johanne­s Puchleitner, der auch Musikschuldirektor ist und daher Druck macht, „als Gemeinderat das Gesamte zu sehen. Es darf nicht Feuerwehrhaus gegen Musikschule ausgespielt werden.“

 

Bild und Text Wolfgang Otter | Tiroler Tageszeitung | Vielen Dank !

 

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